Grüne legen Thesenpapier zur Kulturentwicklungsplanung vor - Debatte vom Kopf auf die Füße stellen

Zur Debatte um die Kulturentwicklungsplanung in Frankfurt (Oder) und mögliche Einsparungen haben Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen jetzt eigene Akzente gesetzt. Der Stadtverordnete Jörg Gleisenstein, die Kreisverbandssprecherin und Aufsichtsratsmitglied in der Messe- und Veranstaltungs GmbH Alena Karaschinski sowie der Sachkundige Einwohner im Kulturausschuss und freischaffende Künstler Michael Kurzwelly haben in 11 Thesen ihre Anforderungen an die Kulturentwicklungsplanung formuliert.
Sie fordern, die Kulturentwicklungsplanung vom Kopf auf die Füße zu stellen und sich bei allen Sparanstrengungen nicht auf die Angebotsseite zu konzentrieren, sondern Synergien bei Verwaltung, Organisation und Marketing sowie bei den Betriebskosten für Energie zu suchen. Die Konzentration der Verwaltung der Kultureinrichtungen auf weniger Standorte kann es möglich machen, dass insgesamt weniger Gebäude bewirtschaftet werden müssen. Diese Möglichkeit muss intensiv geprüft werden. Zusätzliche beträchtliche Einsparpotentiale existieren auch bei den Betriebskosten für Energie. Ein ambitioniertes Energiemanagement auch in den Kultureinrichtungen ist nicht nur aus finanziellen Erwägungen dringend notwendig.
Kultur und kulturelle Bildung sind für Bündnis 90/Die Grünen in Frankfurt (Oder) keine freiwillige Leistung, sondern eine Pflichtaufgabe. Kulturförderung ist eine der wesentlichen städtischen Aufgaben, die weit über den engen Kulturbegriff hinausgeht. Hier geht es um Raum für Kreativität, Selbstverwirklichung und das Selbstverständnis der Stadt.
Einen besonderen Schwerpunkt legen die Autoren auf die Förderung der freien Szene, für die effektiv kaum mehr Mittel zur Verfügung stehen. Dabei gelingt es bei geringem Mitteleinsatz und auch viel ehrenamtlicher Arbeit Veranstaltungen, Künstler etc. in die Stadt zu holen, die sonst nicht gekommen wären. Die freie Szene mobilisiert zudem überdurchschnittlich viele Drittmittel von staatlichen Institutionen, Stiftungen oder Verbänden. Deshalb müsste eine Erhöhung der Mittel für die freie Szene auf der Tagesordnung stehen. Bündnis 90/Die Grünen unterstützen die Idee eines Fonds, um Projekte vorzufinanzieren, damit Drittmittel zum Beispiel von der Euroregion auch von der Freien Szene eingeworben werden können.

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