Verschärfung der Sulfatproblematik beim Wasserwerk Briesen erwartet - Kosten für Gegenmaßnahmen dürfen nicht den FrankfurterInnen aufgebürdet werden

Die Landesregierung hat in der Antwort auf eine kleine Anfrage der bündnisgrünen Landtagsfraktion bestätigt, dass weiter steigende Sulfatwerte für das aus der Spree entnommene Rohwasser am Wasserwerk Briesen (Landkreis Oder-Spree) erwartet werden müssen. Dadurch wird es für die Frankfurter Wasser und Abwasser GmbH (FWA), die von dort Frankfurt mit Trinkwasser versorgt, immer aufwändiger, den Trinkwassergrenzwert für Sulfat (250 mg/l) zukünftig einhalten zu können. Der Zeitpunkt, ab wann technische Maßnahmen ergriffen werden müssen, kann derzeit nicht genau eingeschätzt werden. Gehandelt werden müsse jedoch, wenn die Sulfatkonzentration um weitere 70 bis 80 Milligramm je Liter zunimmt.

Jörg Gleisenstein, Stadtverordneter in Frankfurt (Oder) für Bündnis 90/Die Grünen fordert alle Beteiligten zum Handeln auf: "Grund für die steigenden Sulfatwerte im Rohwasser der Spree sind die alten und neuen Braunkohletagebaue in der Lausitz im oberen Einzugsgebiet der Spree. Wenn zukünftig technisch aufwändige und kostenintensive Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Sulfatgrenzwert auch in Zukunft einhalten zu können, müssen die Verursacher an diesen Kosten beteiligt werden. Wir fordern die Stadt auf, zusammen mit der FWA mit der Landesregierung und den Bergbaubetreibern frühzeitig über eine mögliche Kostenübernahme für diesen Fall zu verhandeln, damit durch solche Maßnahmen der Wasserpreis nicht steigt. Es kann nicht sein, dass die FrankfurterInnen möglicherweise über den Wasserpreis für Schäden mitbezahlen müssen, die durch den Braunkohlebergbau verursacht werden." 

Sahra Damus, Sprecherin des Frankfurter Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen appelliert: "Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel. Eine Alternative zur Wasserversorgung Frankfurts aus dem Briesener Wasserwerk gibt es nicht. Das hat auch die Landesregierung bestätigt. Deshalb muss das Thema oberste Priorität in der Frankfurter Stadtpolitik haben. Wir werden an dieser Stelle nicht locker lassen und planen auch eine öffentliche Veranstaltung, um alle Beteiligten in Frankfurt an einen Tisch zu bringen."  Gleichzeitig kündigte Damus an: „Um dafür zu sorgen, stehe ich nicht nur als Kandidatin für die Stadtverordnetenversammlung, sondern ab sofort auch als grüne Direktkandidatin bei den Landtagswahlen im September zur Verfügung." Der bündnisgrüne Kreisverband Frankfurt (Oder) hatte sie Ende April einstimmig für die Direktkandidatur nominiert.   Die Antwort auf die Kleine Anfrage der bündnisgrünen Landtagsfraktion im Internet: www.parldok.brandenburg.de/parladoku/w5/drs/ab%5F9000/9054.pdf  

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