01.09.2018

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen und die Grünen unserer Nachbarwojewodschaft haben sich gemeinsam am Aufruf zum deutsch-polnischen Friedensweg beteiligt.

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen und die Grünen unserer 
Nachbarwojewodschaft haben sich gemeinsam am Aufruf zum deutsch-polnischen 
Friedensweg beteiligt. Während des Friedensmarsches hielt die Sprecherin des 
Kreisverbandes, Alena Karaschinski, eine kurze Rede, die Tomasz Aniśko, der 
Vorsitzende der polnischen Grünen in unserer Nachbarwojewodschaft Lubuskie 
auf polnisch übersetzte:

Rede zum Weltfriedenstag 2018

Wenn wir heute an die Opfer der schrecklichen Kriege unserer Vergangenheit 
gedenken, wenn wir heute unsere Forderungen nach Abrüstung und 
Friedenssicherung an die Regierungen unserer Länder richten, als deren Opfer 
wir uns manchmal empfinden. Dann möchte ich gern dafür werben, dass wir uns 
selbst als Friedensstifter in den Blick nehmen. Wir selbst, jede und jeder 
Einzelne von uns, können jeden Tag Friedensstifter sein und uns jeden Tag 
dafür neu entscheiden. In jedem unserer aller Leben gibt es Konflikte, 
Spannungen, scheinbar oder real unvereinbare Interessen und Bedürfnisse. Das 
ist so, wenn wir Menschen zusammen leben. Ob in der Familie, der 
Nachbarschaft, auf Arbeit, im Verein oder im politischen Diskurs. Und in 
jeder dieser Situationen geht unsere Forderung nach Abrüstung und 
Friedenssicherung nicht nur an die Anderen, sondern auch an uns selbst.
Frieden ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, dass wir unsere Ansprüche, 
Forderungen und Wünsche zunächst mal beiseite stellen. Die Entscheidung, dass 
wir auf den Anderen zugehen, ein freundliches Lächeln schenken, eine Geste 
finden, einen ersten Schritt tun oder einen Ausgleich anbieten. Die 
Entscheidung, den Anderen in den Blick zu nehmen und zu fragen, was er 
braucht und ihm zuzuhören. Wir können uns täglich dafür entscheiden, die 
Friedensstifter in unserem ganz kleinen Leben und in unserer ganz kleinen 
Welt zu sein. Und wenn wir dann doch auch Friedensstifter für die große Welt 
sein wollen, dann geht auch das über die ganz kleinen täglichen 
Entscheidungen. Friedensstifter kaufen den fairen Kaffee, den fairen 
Orangensaft, die Bio-Eier, die regionalen Äpfel und natürlich nicht das 
Billigfleisch aus der Theke.
Lasst uns aufhören, Ausreden zu finden! Wir wissen doch, was das Richtigere 
ist und dass es natürlich den Unterschied macht, ob wir es tun oder lassen. 
Lasst uns die Diskrepanzen zwischen unseren Worten und Taten verringern und 
lasst uns als Friedensstifter unser kleines Leben in unserer kleinen Stadt 
zusammen leben! Frieden braucht tägliche Entscheidungen in uns und will jeden 
Tag neu erschaffen werden.
Wir Grünen glauben, dass wenn viele kleine Menschen, an vielen kleinen Orten, 
viele kleine Entscheidungen fällen, dass sie dann natürlich unsere Welt 
friedlicher machen. Also los!

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