Neuer Fahrradklimatest des ADFC - Fortschritte in Frankfurt (Oder) bisher nur im Schneckentempo

Im aktuellen bundesweiten Fahrradklimatest bleibt Frankfurt (Oder) Schlusslicht in Brandenburg und landet in seiner Kategorie nur auf Platz 226 von 252 Städten unter 100.000 Einwohnern. Auch wenn sich die Durchschnittsnote leicht um 0,09 Punkte von 4,28 auf 4,19 verbessert, ist das Ergebnis eindeutig. Im Halbjahreszeugnis bedeutet die vier minus "Versetzung gefährdet".

Jörg Gleisenstein, Stadtverordneter von Bündnis 90/Die Grünen, fordert die Stadtverwaltung deshalb auf, die Ergebnisse des Fahrradklimatests aufmerksam zu prüfen und Konsequenzen zu ziehen: "Der Fahrradklimatest zeigt wieder mal, dass Frankfurt (Oder) keine Fahrrad freundliche Stadt ist. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichen noch nicht aus, dass RadfahrerInnen als Verkehrsteilnehmer wirklich ernst genommen werden und ausreichende Bedingungen vorfinden. Der bestehende Radverkehrsplan muss endlich umgesetzt werden und die Stadtverwaltung muss hierfür ein stimmiges Umsetzungskonzept vorlegen. Das Beispiel Potsdam zeigt, dass große Fortschritte möglich sind, wenn der politische Wille da ist. Mit der Umsetzung der Kampagne "FahrRad" führt die Landeshauptstadt das Aufsteigerranking des Fahrradklimatests an. Dieses Beispiel sollte auch für die Verantwortlichen in Frankfurt (Oder) Vorbild sein" so Jörg Gleisenstein.

Der Stadtverordnete verweist darauf, dass mit einzelnen Maßnahmen gute Einzelbewertungen erreicht werden können. So führte die Öffnung zahlreicher geeigneter Einbahnstraßen für den Radverkehr dazu, dass sich die Bewertung dieses Teilaspekts deutlich verbesserte und Frankfurt (Oder) nur bei dieser Frage besser als der Bundesdurchschnitt abschneidet. Mit einem aktiven ADFC-Verband in Frankfurt (Oder) und einem guten Beteiligungsinstrument wie der AG Radverkehr sind die Ausgangsbedingungen dafür nicht schlechter als in anderen Städten.

Für Bündnis 90/Die Grünen gilt weiterhin: Eine gute Radverkehrspolitik ist immer auch Teil einer erfolgreichen Umwelt-, Sozial- und Gesundheitspolitik. Sie ermöglicht Mobilität für diejenigen, die sich kein privates Auto leisten können oder wollen. Jeder Weg, der mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, schont die Umwelt und ist gut für die Gesundheit. Die Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs bewirkt nachhaltige Verbesserungen bei Klima- und Lärmschutz, Feinstaubbelastung und Luftreinhaltung. Auch zur Förderung des Radtourismus ist eine fahrradfreundliche Politik notwendig, die neben guten Wegen auch eine gute Ausschilderung und geeignete und ausreichende Abstellmöglichkeiten, z.B. in der Innenstadt oder am Bahnhof, beinhaltet.

Entsprechend werden sich Bündnis 90/ Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung und den Ausschüssen weiterhin für Verbesserungen für den Radverkehr einsetzen.

Auswertung der Ergebnisse auf der Seite des ADFC Frankfurt (Oder): www.brandenburg.adfc.de/1054


Der gesamte Test ist hier zu finden: www.adfc.de/9205



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